Sandelholzgewächse · Santalaceae
Gattungen:  Mistel (Viscum) ·

ViscumV. album – Weißbeerige Mistel



Die auf hohen Ästen sitzenden großen lichten Kugeln, die Laien oft für große Nester, manchmal auch für vertrocknete Blütenstände halten, sind tatsächlich Misteln. Bekannt war die Mistel schon in der Antike, etwa als Heilmittel der Druiden (keltischen Priester), und auch die Germanen verehrten den immergrünen Halbschmarotzer. Noch heute werden mistletoe-Zweige im angelsächsischen Raum als Weihnahtsschmuck über den Türrahmen gehängt.
    Die häufige Weißbeerige Mistel (Viscum album) wächst als kugeliger Strauch auf Baumästen und entzieht dem Wirt Wasser und darin gelöste Mineralsalze aus dessen Holzteil. Trotz langsamen Wachstums erreicht die Mistel im Laufe der Jahre bis zu 1 Meter Durchmesser; sie wird so alt wie ein Mensch. Die zweihäusig getrenntgeschlechtige (diözische) Pflanze blüht in Mitteleuropa von Mitte Januar bis Anfang April. Die einsamigen Beeren sind leicht durchscheinende weiße Kugeln von ca. 1 cm Durchmesser. Die 5–6 mm langen Samen sind in weißes, zähes, schleimig klebriges Fruchtfleisch (Pulpa) eingebettet und werden so von Vögeln ausgeschieden (Ausbreitung durch Endo(zoo)chorie). Wenn ein Samen auf einem Ast kleben bleibt, keimt dort ein neuer Mistelstrauch.

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Scrophulariaceae