Spitzmäuse werden von Laien oft für Mäuse, also Nagetiere gehalten. Sie sind jedoch Insektenfresser und daher ebensowenig Mäuse, wie Fledermäuse dies sind. Charakteristisch für das Erscheinungsbild der in unseren Breiten nur 4,59,5 cm langen Spitzmäuse ist ihre namengebende lange spitze Schnauze, die sich für das Aufstöbern und Fressen lebender Beute sicherlich besser eignet als eine kurze breite. Der entscheidende anatomische Unterschied zu Mäusen ist aber das Gebiß: Während Mäuse Nagetier-typische Nagezähne haben, die sich abnutzen und ständig nachwachsen, verfügen Sitzmäuse über lange Reihen spitzer Raubtierzähne.
Die Soricidae, wie sie wissenschenschaftlich heißen, sind nicht nur tagsüber, sondern auch nachts aktiv und daher durchaus gelegentlich zu beobachten, wenn sie im Garten durchs Gras oder Laub wuseln oder in Plattenfugen laufen oder in Mauern verschwinden. Am häufigsten bekommt man sie wohl leider als Beute von Hauskatzen zu Gesicht, die sie zwar in Befriedigung ihres Beutetriebes schlagen, aber nicht fressen: Spitzmäuse besitzen Hautdrüsen, deren Sekret nach Moschus riecht oder wohl auch sehr unangenehm schmeckt; die Beutegreifer unter den Säugetieren verschmähen sie also meist. Weitere, natürliche Feinde der Spitzmäuse sind vor allem Taggreife und Eulen, die auch fressen. Unter dem Menschen leiden Spitzmäuse dann, wenn er sie mit echten Mäusen verwechselt und verfolgt.
Selbst sind Spitzmäuse unerbittliche Jäger kleiner Beute, die sogar ihre eigene Körpergröße übertreffen kann. Der Grund für ihre Aggressivität liegt in ihrem hohen Stoffwechsel, der sie ständig zur Nahrungssuche zwingt: Täglich benüötigen sie eine Nahrungsmenge, die ihrem eigenen Körpergewicht entspricht. Gefressen werden Insekten, Spinnen, Schnecken, Würmer, junge Mäuse und Aas; die Wasserspitzmaus überwältigt mit ihrem giftigen Speichel sogar Frösche und Molche, Krebse und kleine Fische. Da Spitzmäuse keinen Winterschlaf halten, müssen sie selbst in der kalten Jahreszeit Beute finden.
Die Soricidae werden nach der Farbe ihrer Zahnspitzen in Rotzahn- (R) und Weißzahnspitzmäuse (W) eingeteilt:
Tierportrait |
.
| Maulwurf |