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Ferngläser für Vogelfreunde

Wem der Erhalt unserer Natur am Herzen liegt, der möchte ihre Tiere und Pflanzen beobachten, kennenlernen und bestimmen. Da sich viele Tiere instinktiv bzw. aus schlechter Erfahrung der Beobachtung durch den Menschen entziehen, benötigt man ein Hilfsmittel: für sehr kleine Tiere ein Mikroskop bzw. Binokular, für größere und flüchtige Arten ein Fernglas oder auch Spektiv. Von besonderem Interesse ist von jeher die heimische Vogelwelt: Vögel sind viel sichtbarer als heimlich lebende Amphibien, Reptilien und Säugetiere, und sie erfreuen uns durch ihre Schönheit und ihren Gesang.

Vereinfachte Darstellung eines Fernglases ("Keplersches Fernrohr"):

Es fehlen in diesem Modell die Prismen zur Bildumkehrung: Von oben einfallende Lichtstrahlen müssen auf der Netzhaut des Auges unterhalb der optischen Achse einfallen. Außerdem bestehen Objektiv und Okular eines Feldstechers heute aus mehreren Linsen, um Rand- und Abbildungsfehler auszugleichen.
Fernglas-Modell

Was man über Feldstecher wissen wollte, um die richtige Wahl treffen zu können, wird in der folgenden kleinen "Fernglaskunde" aufgeführt. Folgende Kriterien sind für den Benutzer am wichtigsten: Vergrößerung und Lichtstärke, Größe und Gewicht, Qualität und Preis. Um alle technischen Daten auf den Ferngläsern und in den Prospekten zu verstehen, muß man auch ein klein wenig rechnen:

Exemplarische Kenn- und Meßzahlen für vier Qualitäts-Ferngläser mit 8facher Vergrößerung für Brillenträger. B = Brillenokular, C = Kompaktfernglas, A, GA = Gummiarmierung, T = Zeiss-T-Mehrschichtvergütung, Ww = Weitwinkelokular
  Leica
8 x 2 BCA
Zeiss
8 x 30 B/GA T
Leica
8 x 42 BA
Zeiss
8 x 56 B/GA T
Vergrößerung8x8x8x8x
Objektiv-Durchmesser20 mm30 mm42 mm56 mm
Austrittspupille2,5 mm3,75 mm5,25 mm7 mm
Relative Helligkeit6,2514,0627,5649
Dämmerungszahl12,6515,518,321,2
Relativer Bildwinkel
Subjektiver Bildwinkel
6,3°
47,8
7,76,3°
61,8
7,446,3°
58,7
6,36,3°
50,4
Sehfeld auf 1000 m115 mWw 135 m130 m110 m
Abmessungen92 x 60 mm119 x 109 mm141 x 130 mm238 x 143 mm
Gewicht223 g580 g890 g1030 g

Welches Fernglas ist nun also das richtige? Zunächst sollte sich der Vogelfreund für die geeignete Vergrößerung entscheiden:
9- oder 10fache für besonders große Entfernungen, für Details bzw. kleine Gegenstände (Singvögel), 7- oder 8fache Vergrößerung für größere oder mehrere Objekte (Vogelgruppen) und für den allgemeinen Gebrauch.

Dann ist über den Objektivdurchmesser zu befinden – z. B. anhand der nebenstehenden Tabelle: Das extrem kleine und leichte Kompaktglas 8 x 20 bleibt aufs Tageslicht beschränkt, findet aber in jeder Tasche Platz; ein "Universalglas" 8 x 30 (oder 8 x 32) bietet trotz geringer Abmessungen besseren Sehkomfort und eine bessere Dämmerungstauglichkeit und eignet sich für fast alle Gelegenheiten; ein 8 x 30 wartet mit noch größerer Austrittspupille und Dämmerungszahl auf, aber auch mit größerer Bauhöhe und höherem Gewicht und Preis; die 8 x 56-Version empfiehlt sich für Nachteinsätze (Eulen), sonst ist sie zu groß und schwer.

Zumindest bei kleinen und mittelgroßen Ferngläsern sollte man den schlanken, raumsparenden Dachprismen-Typ bevorzugen – am besten gleich mit Gummiarmierung, da diese auch harte Feldeinsätze gut "wegsteckt". Soll das Glas von Brillenträgern (mit)benutzt werden, sind B-Okulare dringend zu empfehlen. Bleibt die Frage, wieviel Qualität man sich leisten kann oder will. Antwort: Wenn ein Feldstecher mehr als ein-, zweimal im Jahr benutzt wird, so viel wie möglich. Die teuren Spitzengläser deutscher Fabrikation kosten zwar zwei- bis dreimal so viel wie ihre ausländischen Konkurrenten, aber man hat sich mit ihnen garantiert nicht verkauft.

Noch ein wenig mehr über die Auswirkungen der einzelnen Parameter auf Leistung und Einsatz eines Fernglases kann man auf der kommerziellen Website www.orniwelt.de erfahren: Die Fernglassuche soll bei der Suche nach dem geeigneten Fernglas helfen ...

Literatur u. a.:
Linsmeier, Klaus-Dieter (2000): Fernoptik in der Naturbeobachtung · Die Bibliothek der Technik Band 195. verlag moderne industrie, Landsberg.

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