Der kleine Falke wird aufgrund seines typischen Spähflugs auch als "Rüttelfalke" bezeichnet:
Kurzportrait |
Der Turmfalke ist in den meisten Teilen Deutschlands und auch der Nachbarländer neben dem Mäusebussard der häufigste Greifvogel und vielen Menschen aufgrund seiner charakteristischen Jagdtechnik durchaus bekannt: Wenn er über freien Flächen nach Beute auf dem Boden Ausschau hält, "steht" er oft rüttelnd in der Luft, bevor er entweder auf seine Beute niederstößt oder mangels Erfolgsaussicht weiterfliegt. Dieses bekannte Verhalten hat ihm seinen zweiten deutschen Namen "Rüttelfalke" eingebracht. Sein üblicher Name rührt daher, daß er als Kulturfolger seit langem schon (Kirch-)Türme als Brutplätze wählt, aber auch Lücken in Schornsteinen, Fensterbretter, Brücken, Masten etc.
Habitat: Anders als viele inzwischen seltene oder gar ausgestorbene Tierarten hat der Turmfalke von der Ausbreitung und Siedlungstätigkeit des Menschen profitiert: Nahm der Wald in der Jungsteinzeit noch 8090% Mitteleuropas ein, so liegt sein Anteil heute bei nur 30%, und er war im Mittelalter schon niedriger! Durch den Ackerbau haben die möglichen Jagdhabitate des Turmfalken und seine Beute bis vor kurzem stark zugenommen, er jagt auf Wiesen, Grün- und Ödland, auf niedrig bewachsenen Äckern und Ackerrandstreifen, in Gärten, Parks und Friedhöfen.
Nahrung: Seine Hauptbeute ist die Feldmaus, die fast ganzjährig für ihn erreichbar ist; allerdings hat er keineswegs eine Vorliebe für dieses Nagetier: Gefangen und gefressen wird, was der Tisch der Natur zu bieten hat, mit anderen Worten; was ohne großen Energieaufwand zu jagen ist. Dieses Prinzip der "Arbeitsökonomie" führt dazu, daß gelegentlich auch Singvögel gejagt werden: Im Frühsommer sind es die unerfahrenen und ungeschickten Jungvögel, in schneereichen Wintern sind die Mäuse so gut versteckt, daß dem Turmfalken nur die schwierige Vogeljagd zum Überleben bleibt.
In "Mäusewährung" umgerechnet benötigen Turmfalkenterzel im Sommer mindestens acht, die brütenden Weibchen mindestens sieben Mäuse täglich; im Winter sind jeweils ca. fünf Nager.
Nützlichkeit: Ebenso wie der Mäusebussard macht sich der Turmfalke in der Landwirtschaft "nützlich". In den heute vielerorts ausgeräumten "Agrarsteppen" hat er aber seine Probleme:
Der Turmfalke profitiert also wie der Mäusebussard von den "Julen", langen Pfählen mit einem Querholz, und künstlich geschaffenen Nistplätzen. Gerade das Argument der "Nützlichkeit" sollte aber der Naturschutz nicht zu sehr propagieren: Es geht in der Natur nicht um nützlich oder schädlich, und ebenso wie sein großer Jagdgefährte ist auch der Turmfalke nicht in der Lage, die unerwünschten Nager auszurotten: Er würde schon lange, bevor die letzte Feldmaus dem Pflug oder der Trockenheit zum Opfer fiele, selbst keine Beute mehr finden und verhungern. Greife können also lediglich eine zu starke Vermehrung begrenzen.
Problematisch ist auch der "Einsatz" von Turmfalken gegen Stadttauben: Nur ein großes und kräftiges Weibchen wird sich an eine kleine Taube wagen, etwa eine Türkentaube, ansonsten haben Tauben von Turmfalken nichts zu befürchten. Tauben weichen ihnen allerdings in Nistplatznähe, so daß ein brütendes Falkenpaar durchaus ein Argument gegen die "Raten der Lüfte" ist. Wer einen echten Taubenjäger ansiedeln will, muß die Bedingungen zur Ansiedlung des Wanderfalken schaffen, was aber gar nicht so einfach ist.
Ansiedlung: Die Verbreitung des Turmfalken hängt, wie gesagt, entscheidend von Nistgelegenheiten ab. Am meisten aber nützen ihm in Städten und dem stadtnahen Umland heute Nistmöglichkeiten an Gebäuden, da es natürliche Nistplätze dort nicht mehr gibt. Der Turmfalke ist deshalb relativ leicht anzusiedeln: Ein halboffener Nistkasten aus Holz oder Holzbeton, in einer Höhe von min. 10 Metern angebracht, hat eine gute Chance, alsbald entdeckt und angenommen zu werden. Geeignet sind Größen von ca. 0,1 m³, also ein Würfel mit bis zu 0,5 m Kantenlänge oder z. B. 0,55 x 0,4 x 0,45 m. Ein Leben mit einem "Hausfalken" hat einen hohen Erlebniswert und bedeutet ein Stück Natur am eigenen Haus.
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Merkmale: . Verbreitung: weltweit. Lebensraum: . Nahrung: Vögel. Lebensweise: Tagaktiv, . |
Der Wanderfalke ...
Literatur:
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