Hummel als Neozoen

Seit der Entdeckung Amrerikas durch die europäischen Kolonialmächte wurden viele Tier- und Pflanzenarten in die (ehemligen) Kolonien verschleppt – auch Insekten. Das bekannteste ist die Honigbiene, die es zuvor z. B. in Amerika gar nicht gab. Auch Hummeln, Bienenarten der nördlichen Hemisphäre, wurden wegen ihres Nutzens für die Landwirtschaft in ferne und südliche Länder gebracht: Um das Jahr 1895 herum wurden einige Hummelarten aus Kent im Südosten England auf der Südinsel Neuseelands ausgesetzt. Vier vermehrten sich und überlebten bis heute:

Die ersten beiden sind Allerweltsarten und in Großbritannien wie im deutschsprachigen Raum weit verbreitet, was auch für die neuseeländische Südinsel gilt; die letzten beiden Arten sind in Europa wie in Neuseeland selten, die Erdbauhummel ist jenseits des Ärmelkanals gar ausgestorben. Die Gründe für den Erfolg europäischer Hummeln in Neuseeland sind bekannt:

Mittlerweile beginnt sich die Situation zu ändern: Die Rotklee-Weiden, früher in der Fruchtwechselwirtschaft zur Bodenverbesserung verwendet, werden immer seltener im Kiwi-Land, und es gibt sogar Überlegungen, den sich auf Weideland aggressiv ausbreitenden Natterkopf biologisch zu bekämpfen oder gar auszurotten. Speziell für Bombus subterraneus, deren Verbreitungsgebiet in den letzten Jahrzehnten bereits abgenommen hat, könnte das auch in Neuseeland das Aus bedeuten.

Britische Hummelschützer hat dies auf die Idee gebracht, B. subterraneus von Neuseeland wieder heim ins Königreich zu holen, wo diese Art 1988 bei Dungeness in Kent zuletzt gesehen wurde – also in der Gegend, von der aus sie vor ca. einem Jahrhundert ans andere Ende der Welt verschifft wurde. Das wäre dann nicht einmal eine Faunenverfälschung ...


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