Weidengewächse · Salicaceae
Gattungen: 
Pappel
(Populus) ·

Weide
(Salix)
♣ Populus ♠ P. –
♣ Salix – Weide
Die Gattung Salix wurde 1753 von Linné (latinisiert: Linnaeus) aufgestellt. Da es das Konzept der Typen für die Definition und Benennung übergeordneter Taxa anfangs nicht gab, wurde erst später Salix alba (Silber-Weide) als Typus-Art für diese Gattung bestimmt. Unter den ca. 350 Weidenarten gibt es bis 30 Meter hohe Baumriesen, aber auch Sträucher und sogar Zwergsträucher, die nur wenige Zentimeter hoch werden. Bis auf die aus Asien stammende Trauerweide (Salix babylonica) sind Weidenarten diözisch (zweihäusig getrenntgeschlechtig); zur geschlechtlichen Vermehrung bedarf es also männlicher und weiblicher Individuen einer Art. Die dicken eiförmigen und samtweichen "Weidenkätzchen" enthalten die Staubbeutel, sind also die Blütenstände der männlichen Exemplare; die walzenförmigen, grünlichen "Kätzchen" sitzen auf weiblichen Weiden. Die Blühzeiten der verschiedenen Arten beginnen Anfang März mit der Sal-Weide (Salix caprea) und sind gestaffelt, so daß auf Weidenpollen spezialisierte Insekten viele Wochen lang Nahrung finden.
Weiden werden seit Jahrtausenden auch vom Menschen genutzt: Die Ruten der Korb-Weide (Salix viminalis), aber auch der Silber-Weide (Salix alba), werden für Flechtwaren genutzt, durch den wiederholten "Kopfschnitt" entsteht im Laufe der Jahre der "Kopf" der Weide, die dann als "Kopfweide" bezeichnet wird. Getrocknete Weidenborke kann als Tee aufgebrüht werden; sie enthält u. a. das Salicin, das im Körper zur Salicylsäure umgewandelt wird, die fiebersenkend, schmerzlindernd und antirheumatisch wirkt und seit Ende des 19. Jahrhunderts für Medikamente auf der Basis von Acetylsalicylsäure (ASS) verwendet wird. Am bekanntestens ist der 1899 eingetragene Markenname Aspirin.
Aus der Sal-Weide und anderen Weiden-Arten entstanden etliche Hybriden:
| Salix caprea (Sal-Weide) | × | Salix daphnoides (Reif-Weide) | = | Salix × erdingeri Kern. |
| Salix caprea (Sal-Weide) | × | Salix eleagnos (Lavendel-Weide) | = | Salix × flueggeana Willd. |
| Salix caprea (Sal-Weide) | × | Salix cinerea (Asch-Weide) | = | Salix × reichardtii Kern. (Reichardt-Weide) |
| Salix caprea (Sal-Weide) | × | Salix viminalis (Korbweide) | = | Salix × smithiana Willd. (Kübler-Weide) |
| Salix caprea (Sal-Weide) | × | Salix aurita (Ohr-Weide) | = | Salix × capreola Kern. (Bastard-Ohr-Weide) |
| Salix caprea (Sal-Weide) | × | Salix purpurea (Purpur-Weide) | = | Salix × wimmeriana Gren.
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| S. babylonica (Trauer-W.) | × | Salix alba (Silber-Weide) | = | Salix × sepulcralis Simonk
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| S. babylonica (Trauer-W.) | × | Salix fragilis (Bruch-Weide) | = | Salix × pendulina Wenderoth
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♣ Salix ♠ S. caprea – Sal-Weide, Palm-Weide
Weiden blühen in der Regel im zeitigen Frühjahr und sind grundsätzlich zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Auf den männlichen Pflanzen sind ihre "Kätzchen" dick und eiförmigen und enthalten die (gelben) Staubbeutel; die weiblichen Pflanzen haben hingegen walzenförmige, grünliche "Kätzchen" mit den Narben. Die weiblichen wie die männlichen Kätzchen haben am Grunde jeder Einzelblüte zwei Nektardrüsen, dennoch werden sie nicht nur von Insekten, sondern – wie Experimente gezeigt haben – vor allem vom Wind bestäubt: Weidensamen sind sehr klein (1–1,5 mm lang) und zahlreich und werden durch Wind verbreitet. Weiden sind sehr schwer zu bestimmen und bastardisieren oft.
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| Auch blühende Weiden sind schwer zu bestimmen. · NSG in Wesel, 25.03.2007 |
♣ Salix ♠ S. purpurea – Purpur-Weide
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♣ Salix ♠ S. triandra – Mandel-Weide
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| Die Mandelweide (Salix triandra) blüht ab April und selbst noch im August |
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| Die Blüten der Mandelweide (Salix triandra) |
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Befall mit dem Rostpilz Melampsora.amygdalinae |
Die Mandel-Weide ist diözisch, männliche und weibliche Kätzchen wachsen also an verschiedenen Sträuchern. Die K tzchen erscheinen gleichzeitig mit den Blättern im zeitigen Frühling. Der Artname (das Art-Epitheton) trianda verweist auf die drei Staubblätter der männlichen Bl ten; so kann diese Art leicht von anderen Weidenarten unterschieden werden, die meist über zwei oder fünf Staubblätter verfügen. Salix trianda bildet im Frühjahr und Sommer immer wieder neue Blüten.
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