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Blüten & Insekten: das Bestäubungsproblem

Ginkgo biloba
Der Ginkgo (Ginkgo biloba) ist die einzige rezente Art seiner Nacktsamer-Klasse. In der freien Natur ist er fast ausgestorben.

Warum haben Pflanzen Blüten? Diese – vielleicht kindliche – Frage setzt ein traditionelles Bild von Blütenpflanzen in unseren Köpfen voraus: Pflanzen mit auffälligen bunten Blüten, die von Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten "besucht" werden. Welchem Zweck dieser "Besuch" dient, ist jedem Erwachsenen klar – zumindest ansatzweise. Unsicher werden Laien, wenn die Frage lautet: "Haben alle Pflanzen Blüten?" oder z. B. "Haben auch Farne und Nadelhölzer Blüten?" Tatsächlich sind nur Moose, Bärlappe und Farne blütenlos: Wenn man den Begriff der Blüte nicht zu eng faßt, besitzen auch solche Pflanzen Blüten, denen man das nicht auf den ersten Blick ansieht, nämlich die ursprünglichen Blütenpflanzen: die vor ca. 270 Millionen Jahren entstandenen "Nacktsamer" (Gymnospermae). Diese werden deshalb so genannt, weil ihre Samenanlagen offen liegen, also nicht in einem Fruchtknoten eingeschlossen sind. Die meisten ihrer vier Klassen sind allgemein bekannt:

Während von den Gymnospermen nur wenige Prozent bis in unsere Zeit überlebt haben, wird unsere grüne Natur heute von vielleicht 350.000 Arten der "Bedecktsamer" (Angiospermae) dominiert, die ihre Samenanlagen in ihren Blüten mit einem Fruchtblatt bzw. Fruchtknoten umschließen und so schützen. Ihre Entwicklung begann vermutlich in der Trias (vor 251,9 bis 201,3 Millionen Jahren), aus dieser Zeit wurden fossile Pollen entdeckt; das Aussehen der ersten Arten verraten uns Fossilien vom Ende der Jurazeit (201,2–145 Millionen Jahre), also aus dem Zeitalter der Dinosaurier. Nicht die Dinosaurier spielten jedoch für die Menge und Vielfalt der Blütenpflanzen die entscheidende Rolle, sondern die Insekten: Beide haben sich nicht einfach gleichzeitig, sondern durch gegenseitige Beeinflussung, in gegenseitiger Abhängigkeit entwickelt. Waren die Gymnospermen noch ganz überwiegend Windbestäuber (anemophil), die riesige Mengen Pollen ausstoßen und über große Flächen verteilen mußten, um die Chance einer Befruchtung zu wahren, so setzen die Angiospermen überwiegend auf lebende, mobile Partner. Dies können prinzipiell Tiere aus allen Klassen sein (Vögel, Fledermäuse, sogar Reptilien), die allermeisten aber sind Insekten.

Um die Fortpflanzung der Pflanzen (welche ja die Pflanzen schon im Namen führt), also die Bestäubung und Befruchtung der Blüten zu verstehen, sollte man sich mit einigen botanischen Begriffen, Details und Fakten vertraut machen:

Männliche und weibliche Blüten

Selbstbestäubung – Fremdbestäubung

Windbestäubung – Tierbestäubung

Locken & Finden

Lug und Trug

Andrena lathyri, W
Andrena lathyri : obligatorischer Nektarraub an Vicia sepium · Solingen, Monhofer Feld, 24.05.2015

 

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Das Neophyten-Problem