Schermäuse (Gattung Arvicola)

Schermäuse (Arvicola) sind eine Gattung der Wühlmäuse (Arvicolinae). Da sie auch am und im Wasser leben, nennt der Volksmund sie "Wasserratten" genannt. Es gibt drei Arten:

Schermaus
Schermaus (Arvicola terrestris) · (Fockenberg)

Tierportrait: Ostschermaus (Arvicola terrestris)

Systematik: Ordnung: Nagetiere (Rodentia) > Unterordnung: Mäuseartige (Myomorpha) > Familie: Wühler (Cricetidae) > Unterfamilie: Wühlmäuse (Arvicolinae) > Gattung: Schermäuse (Arvicola) > Art: Ostschermaus, Arvicola terrestris (Linnaeus, 1758)
Synonym: Arvicola amphibius; deutsch auch einfach "Schermaus" oder "Große Wühlmaus"
Merkmale: nach der Bisamratte (Ondatra zibethicus) die zweitgrößte Wühlmausart in Europa, aquatisch lebende Individuen größer und schwerer als terrestrisch lebende: KRL ca. 130–240 mm bzw. 130–165 mm, Schwanz ca. 100–145 mm bzw. 50–90 mm lang, Gewicht 130–320 g bzw. 65–130 g; Fell lang, dicht und glänzend, oberseits meist schwarz oder dunkelbraun, selten hellbraun; lange Nagetier-typische Schneidezäne mit Diastema; kein Geschlechtsdimorphismus.
Verbreitung: Großbritannien, Nord-, Mittel und Südeuropa über die Türkei bis Sibirien.
Lebensraum: entweder aquatisch, also an Flüssen, Bächen und in Sümpfen, oder terrestrisch auf Wiesen und in Gärten.
Nahrung: überwiegend pflanzlich, bei aquatisch lebenden Populationen Wasserpflanzen, auch Mollusken, Insekten und kleine Fische, bei landbewohnenden Tieren Wurzeln, Zwiebeln und Knollen.
Lebensweise: meist nacht- und dämmerungsaktiv, manchmal auch tagaktiv. Gute Schwimmer, weitverzweigtes Gangsystem mit Nest und Vorratskammer in Uferböschungen mit Eingangsröhren unter und über dem Wasser, auch auf Seggenbulten (bewachsene Hügel in Sümpfen) oder freischwimmend.
Fortpflanzung: März–Oktober, 2–5 Würfe, Tragezeit ca. 22 Tage, 4–6 (2–9) Junge; geschlechtsreif nach etwa 60 Tagen, Lebensdauer bis 3,5 Jahre (Gefangenschaft).
Feinde: Marder – etwa Mink (Neovison vison)), Fischotter (Lutra lutra) etc. – Katzen, Rotfuchs (Vulpes vulpes), Uhu etc.

Schermäuse sind dem Menschen vor allem durch Schäden bekannt, die diese Nager in Obstplantagen und Baumschulen durch Wurzelfraß sowie auf Möhren- und Spargelfeldern verursachen können. Bei hoher Populationsdichte werden sie mit Gas, Gift, Schußgeräten oder Mausefallen bekämpft. Einbußen mußten bislang jedoch vor allem aquatische Populationen hinnehmen, nämlich durch Zerstörung (Trockenlegung) ihrer feuchten Lebensräume.

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