Tarpan (Equus ferus ferus)

Tarpan
Tarpan (Equus ferus ferus) · 27.02.2016

Tierportrait

Artname: Tarpan · Equus ferus ferus Boddaert, 1784
Systematik: Klasse: Mammalia > Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria) > Ordnung: Unpaarhufer (Perissodactyla) > Familie: Pferde (Equidae) > Gattung: Equus > Art: Wildpferd (Equus ferus) > Unterart: Tarpan (Equus ferus ferus).
Status: 1879 in freier Wildbahn in Südrußland ausgerottet; später rückgezüchtet.
Merkmale: etwas größer als die östliche Unterart, das Przewalski-Pferd; Fellfarbe sehr variabel: meist braun, aber auch schwarz, mausgrau, falb oder weiß-schwarz gescheckt, Aalstrich (Rückgratstrich), Fesselstreifen und Schulterkreuz.
Verbreitung: ursprünglich ganz Europa bis zum Ural.
Lebensraum: Offenlandschaften, vor allem Grassteppen; später auch in anderen (sumpfigen) Biotop-Typen.
Nahrung: vor allem Gräser, also stark kieselsäurehaltige, harte Pflanzennahrung.
Lebensweise: Herdentier in kleinen Gruppen, die von einem Hengst geführt werden.

Der Tarpan ist die ausgerottete westliche Form des eurasischen Wildpferds (Equus ferus). Wie Felsgemälde, Petroglyphen und Skulpturen aus der Altsteinzeit belegen, zählten Wildpferde lange vor ihrer Domestikation zur Jagdbeute des Cro-Magnon-Menschen. Die Pferde-Darstellungen, die wir heute in französischen und spanischen Höhlen bewundern (sofern wir dort noch Zutritt haben), zeigen bereits mehrere Farbschläge: braune, schwarze, falbe und weiß gepunktete. Typisch ist der dunkle Aalstrich.

Der Name Tarpan stammt aus der Sprache der Tataren, einem Turkvolk. Im heutigen Kasachstan sowie der Ukraine begann vermutlich schon vor ca. 6.000 Jahren (oder wenig später) die Domestikation der westlichen Unterart des eurasischen Wildpferds; die östliche Unterart, das Przewalski-Pferd, wurde offenbar nie domestiziert. Auch als die Völker der östlichen Steppen längst Pferde züchteten und als Reit- und Transporttier nutzten, jagten sie weiterhin wilde Tarpane und Przewalski-Pferde als Fleischlieferanten. Durch die Herdenhaltung von Rindern und Kamelen, Schafen und Ziegen sowie Acker- und Siedlungsbau schwanden zudem die einst riesigen Lebensräume der Wildpferde. Außerdem wurden sie sogar als Schädlinge verfolgt, da sie gelegentlich Hausstuten entführten, was als unerwünschte "Rückzüchtung" dem angestrebten Zuchtziel zuwider lief. Spätestens im 19. Jahrhundert war die Situation des Tarpans präkär, wilde Exemplare waren von Hybriden und Hauspferden ursprünglichen Typs kaum mehr unterscheidbar. Das Ende der Wildform kam 1879 in Südrußland.

Die "Tarpane", die in Wildgehegen und Zoos gezeigt werden, sind Rückzüchtungen aus Pferderassen ursprünglichen Phänotyps. Heute wird eine stattliche Anzahl von Hauspferdrassen auf den Tarpan zurückgeführt – hier eine Auswahl in alphabetischer Reihenfolge:

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Phänotyp des Tarpans (Equus ferus ferus) ...   ... durch Rückzucht · Oberhausen, 10.07.2013
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