Naturschutz-Glossar Taxonomie
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allochton
eingebürgert (H: altgr.); Gegenteil: autochton.
 
Allopatrie, Eigenschaftswort: allopatrisch
Geographisch getrenntes Vorkommen von Tier- oder Pflanzen-Populationen oder -arten (H: altgr.); allopatrische Populationen entwickeln sich durch Mutationen allmählich auseinander, was schließlich zur Ausbildung neuer Arten führt. Gegenteil: Sympatrie.
 
Archäobiota bzw. Archaeobiota
Oberbegriff zu den Archäozoen ('alte Tierarten;), Archäophyten ('alte Pflanzenarten') und Archäomyceten ('alte Pilzarten') – also jene Arten von Lebewesen, die vor der Entdeckung Amerikas (1492) – also in der Jungsteinzeit, Antike und im Mittelalter – eingeführt oder versehentlich eingeschleppt sind.
 
Art bzw. Spezies
'Fortpflanzungsgemeinschaft'. Die Angehörigen einer Art pflanzen sich untereinander uneingeschränkt fort, mit nahe verwandten Arten ist die Fortpflanzung aufgrund geographischer, genetischer oder Verhaltensbarrieren nicht möglich oder führt zu Bastarden bzw. Hybriden. Geographisch getrennte erkennbare Variationen einer Art bezeichnet die biologische Systematisk bzw. Taxonomie als Unterart, nahe verwandte Arten faßt sie zu einer Gattung zusammengefaßt, verwandte Gattungen zu einer Familie und verwandte Familien zu einer Ordnung.
 
autochton
alteingesessen, bodenständig (H: altgr.); Gegenteil: allochton.
 
Avifauna
'Vogelwelt' (Von lat. avis = 'Vogel' und fauna = 'Tierwelt')
 
Amphibien
Lurche, wechselwarme Tiere, die im Wasser und auf dem Land leben. Amphibien stellen die ursprünglichsten Landwirbeltiere dar, sie sind mit ihrer nackten und atmenden Haut auf Feuchtigkeit und zur Fortpflanzung auf Wasser angewiesen. (Von altgr. amphi = 'zweifach' und bios = 'Leben')
 
Bastard bzw. Hybride
'Mischling', Ergebnis der Kreuzung zweier Arten, in der Regel nicht fortpflanzungsfähig. (Bastard kommt aus dem Altfranzösischen, Hybride aus dem Lateinischen.)
 
binäre Namensgebung
Artbezeichnung mit zwei Namen: dem groß geschriebenen Gattungsnamen und dem klein geschriebenen Artnamen; siehe Taxonomie.
 
Binomen
′zweiteiliger Name′: Tier- und Pflanzenarten benennt man mit einem Binomen, das aus dem Namen der Gattung (beginnend mit einem Großbuchstaben) und dem Beiwort (Art-Epitheton, beginnend mit einem Kleinbuchstaben) besteht.
 
conspezifisch
'eine Art bildend': Wenn eine Pflanzen- oder Tierform conspezifisch mit einer anderen ist, stellen beide ein und dieselbe Art dar.
 
Diversität
'Mannigfaltigkeit', Artenvielfalt (Von lat. diversus = 'entgegengesetzt'.)
 
Endemit, Eigenschaftswort: endemisch
Einheimische Tier- oder Pflanzenart, die nur in einem definierten Gebiet vorkommt (H: altgr.).
 
Entomologie
Die Wissenschaft von den Gliedertieren, bes. den Insekten bzw. Kerbtieren (H: altgr.). Ein anderes Wort, das aber nur auf Insekten verweist, ist "Insektologie"; (Die erste Hälfte dieses Wortes ist lat., die zweite wieder altgr.). Ein Insektenkundler ist ein "Entomologe" oder auch "Insektologe".
 
Epitheton
'Zusatz, Beiwort': der mit einem Kleinbuchstaben beginnende zweite Teil eines Tier- oder Pflanzennamens (= Binomen); der erste, mit einem Großbuchstaben beginnende Teil bezeichnet die Gattung. Beispiel: Apis mellifera, die Honigbiene.
 
Eukaryoten
Einzeller und Vielzeller, die sich einst aus Prokaryoten entwickelten und ihrerseits die Vorfahren der heutigen Protisten (ursprünglichste Gruppe der Eukaryoten: Algen, Geißeltierchen etc.), Pflanzen, Pilze und Tiere waren. (H: altgr.)
 
Evolution
′Entwicklung′, die stammesgeschichtliche Weiterentwicklung von Tier- und Pflanzenarten. Evolution erfolgt durch Mutation und Selektion.
 
Familie
Gruppe mehrere miteinander verwandte Gattungen, Begriff der Taxonomie direkt über der Gattung. Es gibt auch Familien, die nur durch eine Gattung vertreten sind.
 
Fauna
'Tierwelt', 'Tierreich' (H: lat.).
 
Faunistik
Als Teilgebiet der Zoologie die Lehre vom Vorkommen und der Verbreitung von Tierarten in einem größeren Gebiet
 
Flora
'Pflanzenwelt', 'Pflanzenreich' (H: lat.).
 
Gattung
Gruppe mehrere miteinander verwandte Arten, Begriff der Taxonomie direkt über der Art. Es gibt auch Gattungen, die nur durch eine Art vertreten sind.
 
Genetik
Wissenschaft von der Entstehung der Lebewesen; im engeren Sinne: Vererbungslehre. (Von altgr. genesis = 'Erzeugung, Ursprung')
 
Genotyp(us)
Die erblichen (genetischen) Eigenschaften eines Lebewesens, im Unterschied zu seinem Phänotyp(us), also seinem äußeren Erscheinungsbild; Eigenschaftswort: genotypisch. (H: altgr.)
 
Gymnospermen
'Nacktsamer', aus den ersten Samenpflanzen entstandene Pflanzen (vor allem Koniferen), deren offen liegende ("nackte") Samen den Embryo und die zur Entwicklng nötigen Reservestoffe mit einer Hülle gegen Austrocknung und sonstige Schädigung schützen. (Von altgr. gymnos = 'nackt' und sperma = 'Samen')
 
Herpetologie
Die Wissenschaft von den Amphibien ('Lurchen') und Reptilien ('Kriechtieren') (H: altgr.). Ein Lurch- und Kriechtierkundler ist demnach ein "Herpetologe".
 
Holotypus siehe Typus
Exemplar, das der Erstbeschreibung einer biologischen Art oder eines übergeordneten Taxons zugrundelag; auch: Typusexemplar oder kurz Typus.
 
homoiotherm
'gleiche Wärme', also warmblütig (H: altgr.). Vögel und Säugetiere sind homoiotherm, d. h. sie halten eine annähernd gleiche Temperatur aufrecht – im Gegensatz zu den wechselwarmen Amphibien und Reptilien. Synonym: idiotherm; Antonym: poikilotherm.
 
Homologie
In der Biologie bzw. Taxonomie und vergleichenden Anatomie bezeichnet die Homologie die grundsätzliche Übereinstimmung von Körperteilen, physiologischen Prozessen oder Verhaltensweisen zweier Taxa (z. B. Arten) aufgrund gemeinsamer Abstammung. Ein bekanntes Beispiel ist die Struktur der Hand, die sich außer beim Menschen auch bei Hunden, Rindern, Walen und Fledermäusen etc. findet.
 
Hybride bzw. Bastard
'Mischling', Ergebnis der Kreuzung zweier Arten, weiteres unter Bastard (B).
 
Immediate Link
'Unmittelbares Verbindungsglied': eine fossile oder auch rezente (noch lebende) Tier- oder Pflanzenart, die ein entscheidendes Übergangsstadium von einer Lebensform zu einer anderen markiert und helfen kann, die Abstammung heutiger Lebensformen zu klären. Beispiele: Lebensformen zwischen Fisch und Lurch, Kriechtier bzw. Dinosaurier und Vogel etc. Fehlende, noch nicht gefundene Verbindungsglieder sind missing links. (H: englisch)
 
indigen
'eingeboren, einheimisch' (Von lat. indigena).
 
Kladistik
Methode der biologischen Systematik, die Lebewesen nach der zeitlichen Reihenfolge ihrer Entstehung klassifiziert und daher auch "phylogenetische Systematik" genannt wird. Sie wurde von dem Zoologen Willi Hennig in den 1950er Jahren entwickelt und 1966 in seinem Lehrbuch Phylogenetic Systematics beschrieben, ohne die Bezeichnung Kladistik zu verwenden, die vom altgriechischen klados für 'Ast, Zweig' abgeleitet ist.
    Die Kladistik interessiert sich nicht für äußere Änlichkeiten zwischen Arten, sondern für ihre Evolution. Sie arbeitet mit "Kladogrammen", also Diagrammen, die den Stammbaum des Lebens darstellen. (Eine Darstellung dieses Tree of Life ist die einzige Illustration in Darwins On the Origin of Species by Natural Selection von 1859.) Die Knoten des Baums stellen Taxa (T) bzw. Vorfahren dar und verzweigen sich in jeweils zwei Äste, die jeweils ein neues (abgeleitetes) Merkmal aufweisen.
 
Kladus
Begriff der Kladistik (siehe oben): Ein Kladus wird meist definiert als
  • entweder der letzte gemeinsame Vorfahre zweier Arten und aller weiteren seiner Nachkommen
  • oder alle Nachkommen des ältestens Vorfahren zweier Arten, der auch der Vorfahr einer dritten, früher abgespaltenen Art ist.
 
Klassifikation
′Zuordnung zu einer Klasse′: Einordnen von Lebewesen in Gruppen (Arten, Gattungen, Familien etc.) aufgrund ihrer Verwandschaftsbeziehungen; Taxonomie (T).
 
kongenerisch, auch: congenerisch; Substantiv: Kongenerität, auch: Congenerität
Pflanzen- oder Tierarten sind kongenerisch, wenn sie zur selben biologischen Gattung (Genus) gehören, also Gattungsgenossen sind.
 
konspezifisch, auch: conspezifisch; Substantiv: Konspezifität, auch: Conspezifität
'mitartlich': Individuen bzw. Populationen einer Pflanzen- oder Tierart sind konspezifisch, wenn sie zur selben biologischen Art (Spezies) gehören, also Artgenossen sind.
 
Konvergenz
'Gegenseitige Annäherung': Bei verschiedenen Arten die getrennte Entwicklung gleicher Eigenschaften in Anpassung an gleiche Umweltfaktoren. Beispiel: Viele Beuteltiere ähneln den "Höheren" Säugetieren aus ähnlichen Biotopen in ihren Formen und Fähigkeiten, ohne mit ihnen verwandt zu sein. (Von lat. convergere = 'sich hinneigen')
 
Kriechtier
'Reptil'. Manchmal werden umgangssprachlich auch Amphibien fälschlicherweise als "Kriechtiere" bezeichnet.
 
Lectotypus siehe Typus
Oberbegriff für den Hololectotypus (erst nach der Erstveröffentlichung festgelegter Holotypus einer Art) und Paralectotypen (weitere Exemplare einer Typusserie).
 
Limakologie
Schneckenkunde (von altgr. leimax = 'Schnecke' und logos = 'Lehre')
 
Limikolen
Populärwissenschaftlicher Sammelbegriff für 'Wat- und Stelzvögel'.
 
Lumper
'Klumper'; das englische Wort bezeichnet einen Taxonomen (T), der in der Klassifikation der Lebewesen tendentiell die Ähnlichkeiten zwischen Arten (A) betont und sie derselben Gattung (G) zuordnet. (A lumper tends to emphasise the similarities between species and to group them together in the same genus.) Gegenteil: Splitter (S).
 
Missing Link
'Fehlendes Verbindungsglied': eine gesuchte fossile oder auch rezente (noch lebende) Tier- oder Pflanzenart, die ein entscheidendes Übergangsstadium von einer Lebensform zu einer anderen markiert. Beispiele: Arten zwischen Uraffen, Vormenschen und Frühmenschen. Missing Links sind sehr schwer zu finden, da Evolution nicht immer gleichmäßig, sondern oft in Schüben abläuft, so daß die gesuchten Lebewesen vielleicht nur relativ kurze Zeit und in geringer Verbreitung vorkamen. (H: englisch)
 
monophyletisch
'einstämmig': Alle Untergruppen eines monophyletischen Taxons (T) haben eine gemeinsame Stammform.
 
Mutation
'Veränderung', 'Wechsel': die plötzliche, ungerichtete und zufällige Veränderung im Erbgut einer Körperzelle. Zusammen mit der Selektion macht sie die Evolution aus. (Von lat. mutatio = 'Veränderung, Wechsel')
 
Neobiota
Oberbegriff zu den Neozoen ('neue Tierarten'), Neophyten ('neue Pflanzenarten') und Neomyceten ('neue Pilzarten') – also jene Arten von Lebewesen, die seit der Entdeckung Amerikas (1492) eingeführt oder versehentlich eingeschleppt sind.
 
Neotypus siehe Typus
Holotpyus in dem Fall, daß ursprünglich gar kein Holotpyus festgelegt wurde oder der ursprüngliche Holotpyus verlorenging.
 
Neozoon, Plural: Neozoen
Etablierte Neozoen sind Tierarten, die nach dem Jahre 1492, also der Wiederentdeckung Amerikas durch Christoph Columbus, unter direkter oder indirekter Mitwirkung des Menschen in ein bestimmtes Gebiet gelangt sind, in das sie durch ihr eigenes Ausbreitungspotential in rezenter Zeit nicht hätten gelangen können und wo sie seit langem, d. h. seit mehr als 25 Jahren oder mindestens 3 Generationen leben. (Pflanzliche Neubürger sind Neophyten, neue Pilzarten sind Neomyceten, der Oberbegriff zu den drei Gruppen ist Neobiota.)
 
Nische, ökologische
Aufgabe bzw. Funktion, die eine Tier- oder Pflanzenart in der Lebensgemeinschaft eines Biotops ausübt. Eine "ökologische Nische" ist also nicht als physischer Ort definiert, sondern – um zum Vergleich einen Marketing-Begriff der Wirtschaft zu bemühen – ein ökologische 'Marktlücke', die von einer Art z. B. durch spezialisierte Habitat- bzw. Nahrungsansprüche besetzt wird, wenn sie dadurch die Konkurrenz anderer Arten vermeiden kann.
 
Nominatrasse bzw. Nominatunterart
Die Unterart einer Tier- oder Pflanzenart, die als erste, d. h. vor weiteren Unterarten, beschrieben wurde. Im wissenschaftlichen Namen einer Nominatunterart sind das zweite und dritte Wort identisch. Die Bezeichnung "Nominatrasse" ist strenggenommen falsch, da eine "Rasse" keine Unterart, sondern das Ergebnis einer künstlichen (menschlichen) Zucht ist.
 
Ontogenese
Entwicklung von der befruchteten Eizelle bis zur Geschlechtsreife (Von altgr. on(t) = 'seiend' und genesis = 'Schöpfung'). Das Gegenteil ist Phylogenese bzw. Phylogenie.
 
Ornithologie
'Vogelkunde' (H: altgr.); ein Vogelkundler ist ein "Ornithologe".
 
ovipar
'eierlegend', 'durch Eier gebärend'. Gegenteil: vivipar = 'lebendgebärend'. (H: lat.)
 
ovovivipar
'ei-lebendgebärend': Bezeichnung für das Gebären von Jungtieren, die sich in Eihüllen im Mutterleib entwickeln und erst kurz vor oder bei der Geburt schlüpfen; eine frühere Eiablage wäre wegen des Klimas, des Substrats (Bodenverhältnisse) oder des Feinddrucks zu verlustreich.
 
Paedogenese
Fortpflanzung in einem Jugendstadium
 
paraphyletisch
'gleichstämmig': Ein paraphyletisches Taxon (T) hat – wie ein monophyletisches (M) Taxon – eine gemeinsame Stammform, umfaßt aber nicht alle Abkömmlinge der Stammform.
 
Paratypus siehe Typus
In einer Typusserie zum ′Haupttypus′ (Holotypus) ein ′Nebentypus′, der Variationen von Merkmalen sichtbar macht.
 
Phänotyp(us)
Erscheinungsbild eines Lebewesens, im Unterschied zu seinem Genotyp(us), also seinen Erbanlagen; Eigenschaftswort: phänotypisch. (H: altgr.)
 
Phylogenese, Phylogenie
Stammesentwicklung der Lebewesen (Von altgr. phyle = 'Volksstamm' und genesis = 'Schöpfung'). "Die Phylogenese ist in der Ontogenese enthalten" besagt, daß die Entwicklungsstadien eines Fötus (auch des Menschen) die Millionen Jahre lange Entwicklung bis zu dieser Art wiederspiegelt, etwa durch die zeitweilige Entwicklung von Kiemen, die dann wieder zurückgebildet werden.
 
polyphyletisch
'vielstämmig': Die Mitglieder eines polyphyletischen Taxons (T) haben keine gemeinsame Stammform.
 
Prokaryoten
winzigkleine Zellorganismen (Bakterien), die am Anfang des Lebens stehen und heute noch die große Mehrzahl der Lebewesen ausmachen: Von den schätzungsweise 400.000 bis 4 Millionen Arten sind erst 4.000 bekannt. (H: altgr.)
 
Protisten
ursprünglichste Gruppe der Eukaryoten (Algen, Geißeltierchen etc.) (H: altgr.)
 
Reptilien
Kriechtiere, wechselwarme Tiere mit horniger (beschuppter oder beschilderter) Haut, die aus den Amphibien hervorgingen und zur Fortpflanzung nicht mehr auf Wasser angewiesen sind. Aus urtümlichen Reptilien entwickelten sich die Saurier und ersten Säugetiere. (Von lat. reptilis = 'kriechend')
 
rezent
noch lebend oder erst vor kurzem ausgestorben (Von lat. recens = 'frisch, neu jung')
 
Selektion
'Auslese', 'Auswahl', 'Zuchtwahl'. Die Selektion führt in der Evolution der Arten dazu, daß sich die am besten an die jeweiligen Umweltbedingungen angepaßten Erbanlagen stärker vermehren als weniger gut angepaßte. (Von lat. selectio = 'Auswahl')
 
Spezies
'Tier- oder Pflanzenart', siehe unter Art. (Von lat. species = 'Blick', 'äußere Erscheinung')
 
Splitter
'Spalter, Teiler'; das englische Wort bezeichnet einen Taxonomen (T), der in der Klassifikation der Lebewesen tendentiell die Unterschiede zwischen Arten (A) betont und sie deshalb unterschiedlichen Gattungen (G) zuordnet, was die Anzahl der Gattungen erhöht. (A splitter tends to emphasise the differences between species and to put them into different genera, thus increasing the number of genera.) Gegenteil: Lumper (L).
 
Subgenus, Plural: Subgenera, deutsch: Untergattung(en)
Untergruppe(n) einer Gattung, beides sind Begriff der Taxonomie (T). Die Hierarchie-Ebene (Taxon, T) der Untergattung ist in der biologischen Klassifikation nicht erforderlich, wird aber gerne zwischen Art (A) und Gattung (G) eingezogen, um näher miteinander verwandte Arten gegen andere abzugrenzen. Eine Untergattung umfaßt meist mehrere Arten, manchmal aber auch nur eine einzige Art.
 
Sympatrie, Eigenschaftswort: sympatrisch
Gemeinsames Vorkommen von Arten im selben geographischen Gebiet (H: altgr.). Gegenteil: Allopatrie.
 
Syntypus siehe Typus
Syntypen bzw. Cotypen sind gleichrangige Typen in dem Fall, daß aus einer Typusserie kein Exemplar als Holotypus festgelegt wurde.
 
Systematik
′Einordnung in ein System′: die wissenschaftliche Untersuchung der Arten, ihrer Unterschiede und Beziehungen untereinander.
 
Taxon, Mehrzahl: Taxa
Hierarche-Ebene(n) der Taxonomie; taxonomische Einheit(en), also Art, Gattung, Familie, Ordnung etc. Je nach ihrer tatsächlichen Verwandtschaft sind Taxa:
  • monophyletisch ('einstämmig'): Die Gruppe (das Taxon) hat eine gemeinsame Stammform und umfaßt alle Untergruppen, die von dieser Stammform abstammen, sowie die Stammform selbst, aber keine anderen Gruppen. (Ein Monophylum ist eine geschlossene Abstammungsgemeinschaft.)
  • paraphyletisch ('gleichstämmig'): Die Gruppe hat zwar eine gemeinsame Stammform, enthält aber nicht alle Gruppen eines Monophylums. Ein bekanntes Beispiel: Die Tierklasse, die wir als Reptilien bezeichnen, ist paraphyletisch, weil die Krokodile näher mit den Vögeln verwandt sind als mit anderen Taxa der Reptilien. Diese wären monophyletisch, wenn wir die Vögel zu den Reptilien zählen würden.
  • polyphyletisch ('vielstämmig'): Das Taxon hat keine gemeinsame Stammform; die "Würmer" im klassischen, umfassenden Sinne bestehen aus verwandtschaftlich ganz unterschiedliche Gruppen.

Taxonomie
Die biologische Systematik, also die wissenschaftliche und hierarchische Klassifizierung der Lebewesen entsprechend ihrer vermuteten Entstehungsgeschichte (Evolution) und Verwandtschaft. (H: altgr.)
 
thermophil
′wärmeliebend′: Thermophile Lebewesen sind auf warme Biotope angewiesen.
 
Tribus, Plural: Tribûs oder Triben
Im antiken Rom war eine tribus eine Abteilung der Bürgerschaft. In der Biologie ist sie eine mögliche, aber nicht notwendige Rangstufe (ein Taxon) zwischen Unterfamilie (Endung: -inae) und Gattung. Taxonomen verwenden dieses Taxon, um das System von Tier- oder Pflanzen-Arten stärker zu differenzieren; manche postulieren unterhalb einer Tribus sogar noch eine Subtribus. Der wissenschaftliche Name einer Tribus endet in der Zoologie auf -ini, in der Botanik jedoch auf -eae. Das englisch Wort tribe bedeutet 'Stamm' wie auch 'Tribus'.
 
Trinomen
′dreiteiliger Name′: Unterarten benennt man mit einem Trinomen, das aus einem Binomen (B) und einem dritten Wort (Unterart-Epitheton, beginnend mit einem Kleinbuchstaben) besteht.
 
Typus
Der Typus ist die Grundlage für die Benennung eines Taxons (einer Art, Gattung etc.). Jeder Typus hat eine Ortsbezeichnung (meist eine Universität) und sammlungsspezifische Nummer, wodurch er der Forschung zugänglich wird. Man unterscheidet: 
  • Holotypus: das Exemplar, das der Erstbeschreibung einer biologischen Art oder eines übergeordneten Taxons zugrundelag. Alle dabei beschriebenen Merkmale sind die Merkmale dieses Exemplars, das deshalb auch Typusexemplar oder kurz Typus genannt wird. Gemäß dem internationalen Code für Zoologische Nomenklatur (International Commission of Zoological Nomenclature, kurz: ICZN) legt die Namensschöpfung der Erstbeschreibung den korrekten Namen des Typexemplars fest. Durch die Archivierung eines Holotypus lassen sich auch Merkmale untersuchen und vergleichen, die erst nach der (unvollständigen) Erstbeschreibung als wichtig erkannt wurden.
  • Paratypus: ′Nebentypus′: Üblicherweise wird nur ein Exemplar eines Taxons archiviert und publiziert. Legt der Erstbeschreiber aber eine Typusserie an, um auch Variationen mancher Merkmale sichtbar zu machen, kann er eines der Exemplare als Holotypus festlegen; die weiteren Exemplare sind dann Paratypen.
  • Allotypus: inoffizielle (nicht vom ICZN anerkannte) Bezeichnung eines Belegexemplars des anderen Geschlechts des Holotpyus, offiziell nur ein Paratypus.
  • Syntypen, manchmal auch Cotypen, sind gleichrangige Typen in dem Fall, daß aus einer Typusserie kein Exemplar als Holotypus festgelegt wurde.
  • Lectotypus bzw. Lectotypen: Oberbegriff für den Hololectotypus und Paralectotypen.
  • Hololectotypus: aus einer Typusserie das Exemplar, das nicht bei der Publikation, sondern erst nachträglich als Holotypus festgelegt wurde.
  • Paralectotypen sind die weiteren Exemplare einer Typusserie in dem Fall, daß der Holotypus als Hololectotypus erst später festgelegt wurde.
  • Neotypus: der Holotpyus in dem Fall, daß ursprünglich gar kein Holotpyus festgelegt wurde oder der ursprüngliche Holotpyus verlorenging.

Unterart
Die geographisch getrennte und erkennbare Variation einer Tier- oder Pflanzenart. Angehörige verschiedener Unterarten derselben Art sind als Artgenossen untereinander uneingeschränkt fortpflanzungsfähig. Sind Unterarten sehr lange von einander getrennt, bilden sich schließlich Arten heraus; kommen Unterarten nach einer Trennung (z. B. durch eine Eiszeit) wieder zusammen, können die Unterschiede der Unterarten wieder verschwinden. Unterarten haben jeweils drei statt zwei wissenschaftliche Namen.
 
vivipar
'lebendgebärend'. Gegenteil: ovipar = 'durch Eier gebärend'. (H: französisch, italienisch, lat.)
 
xerophil
′trockenheitliebend′: Xerophile Lebewesen sind auf trockene Biotope angewiesen.
 
 

H = Herkunft · altgr. = altgriechisch · lat. = lateinisch

Die vorstehende Liste umfaßt auch Begriffe zur Fortpflanzungsbiologie und Genetik, die nur mittelbar zur Taxonomie gehören und auch auf den Seiten zu Biologie-Glossar Biologie und Genetik-Glossar Genetik zu finden sind.


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