Bisamratte (Ondatra zibethicus)

Bisamratte
Bisamratte · Vreden-Zwillbrock, 06.05.2006

Tierportrait

Systematik: Ordnung: Nagetiere (Rodentia) > Unterordnung: Mäuseartige (Myomorpha) > Familie: Wühler (Cricetidae) > Unterfamilie: Wühlmäuse (Arvicolinae) > Gattung: Ondatra > Art: Bisamratte, Ondatra zibethicus (Linnaeus, 1766)
Volksmund: Bisamratte, Moschusratte, Zwergbiber, Bisambiber, Zibetratte, Sumpfkaninchen, Sumpfhase, Wasserkaninchen
Merkmale: kleiner als Nutria (Myocastor coypus) und Biber (Castor fiber): KRL ca. 35 cm, Schwanz ca. 22 cm lang (für Antrieb & Steuerung), fast nackt, anders als beim Biber aber seitlich (!) abgeplattet; Fell schwarz über dunkelbraun bis cremefarben, dicht und wasserabweisend; wasserdicht verschließbare Ohren, Hinterbeine mit Schwimmborsten; lange Nagetier-typische Schneidezäne mit Diastema; kein Geschlechtsdimorphismus.
Verbreitung: Nordamerika; durch Verschleppung mittlerweile fast ganz Europa und Asien (Neozoon).
Lebensraum: Feuchtgebiete, Fluß- und Küstenregionen: Fließ- & Stillgewässer mit üppigem Wasserpflanzenbestand.
Nahrung: Wasser- und Uferpflanzen, auch: Rinde, Getreide, Gemüse, Obst, Gräser.
Lebensweise: meist nacht- und dämmerungsaktiv, in ungestörten Habitaten auch tagaktiv. Reviere, die von den Männchen durch Kot markiert werden. Zwei Typen von Bauen mit Eingangsröhren unter Wasser: a) Erdbaue in Uferböschungen, b) bis 2 Meter hohe "Bisamburgen" aus Röhricht, Schilf & Binsen.
Fortpflanzung: im Prinzip ganzjährig, in Mitteleuropa März–September, 2(–3) Würfe, Tragezeit 30 Tage, 5–6 (4–9) Junge.
Feinde: Mink (Neovison vison, ebenfalls aus Nordamerika eingeschleppt), Fischotter (Lutra lutra), Rotfuchs (Vulpes vulpes), Uhu.

Die Bisamratte ist weder eine Biberart noch eine Ratte und auch nicht mit dem Nutria (Myocastor coypus) identisch; sie gehört vielmehr zu den Wühlmäusen (Arvicolinae). Das Wort Bisam bedeutet 'Moschus', also einen Duftstoff, den die Präputialdrüsen der Männchen absondern. Kürschner meinen mit Bisam allerdings das Fell der Bisamratte. Dieses ist der Hauptgrund für die vorsätzliche Verschleppung der nordamerikanischen Art zuerst 1905 nach Tschecheien und dann Rußland, Frankreich, Belgien, Polen, Schweden, Finnland etc. Die Bisamratte fand dort ähnliche Klimate und Habitate vor wie in ihrer Heimat und konnte dank ihrer Vermehrungs- und Wanderfreude den größten Teil Nordeurasiens bis Japan besiedeln.

Der Neubürger (Neozoon) war und ist allerdings keineswegs überall willkommen, im Gegenteil: Mit ihren Bauen in Deichen und Dämmen gefährdet die Bisamratte Hochwasserschutzanlagen und wird deshalb dort intensiv verfolgt. Da eine Ausrottung offenbar nicht gelingt, entstehen hohe Kosten durch die nötige Reparatur und Instandhaltung der Wasserbauwerke.

Bisamratte
Typisches Habitat der Bisamratte (Ondatra zibethicus) · Vreden-Zwillbrock, 06.05.2006

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