Eichhörnchen (Sciurus vulgaris)

Eichhörnchen
Eichhörnchen · Solingen, 24.12.2011

Tierportrait

Systematik: Ordnung: Nagetiere (Rodentia) > Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha) > Familie: Hörnchen (Sciuridae) > Unterfamilie: Baum- und Gleithörnchen (Sciurinae) > Gattung: Eichhörnchen (Sciurus) > Art: Europäisches Eichhörnchen, Sciurus vulgaris Linnaeus, 1758
Merkmale: KRL 20–25 cm, Schwanz 15–20 cm lang, buschig, Balancierhilfe beim Klettern & Steuerruder beim Springen; Sohlengänger: Vorderpfoten mit vier Fingern und kurzem Daumen mit gebogenen Krallen. Zahnschema: 1/1 · 0/0 · 2/1 · 3/3; Fellfarbe oberseits hell- bis dunkelrot oder braunschwarz, unterseits vom Rücken klar abgegrenzt weiß bis cremefarben, im Winter insgesamt dunkler mit ca. 3 cm langen Ohrenpinseln; Haarwechsel im Frühjahr vom Kopf zu den Hinterbeinen, im Herbst in umgekehrter Richtung; kein Geschlechtsdimorphismus.
Verbreitung: Europa (außer Südspanien, Portugal) über Nordasien bis Korea und Hokkaido.
Lebensraum: nördliche Nadelwälder
Nahrung: Allesfresser: Beeren, Nüsse und andere Samen, Knospen, Rinde, Baumsaft, Blüten, Flechten, Pilze, Insekten in allen Stadien, Würmer, Schnecken, auch Vogeleier und Jungvögel.
Lebensweise: tagaktiver Baumbewohner und Klettertier, das sich auch am Boden in Sprüngen fortbewegt; Schlafen im Nest (Kobel); in kalten Wintern Winterruhe mit verminderter Aktivität, aber kein Winterschlaf.
Fortpflanzung: zwei Paarungszeiten: 1. im Februar, Werfen im März/April, 2. im späten Frühjahr, Werfen im Sommer. Tragzeit: 38 Tage, Aufzucht der anfangs nackten, tauben & blinden Nesthocker im Kobel. Öffnen der Augen nach 1 Monat, Durchbrechen der oberen Schneidezähne nach ca. 5,5 Wochen, nach 6 Wochen Verlassen des Nests, nach 8–10 Wochen selbständig, geschlechtsreif nach 11 Monaten.
Freßfeinde: Baummarder (Martes martes) und Wiesel (Mustela spec.), Hauskatze (vor allem in Gärten und Parks) und Wildkatze, Uhu, Habicht und Mäusebussard; in Großbritannien, Irland und Italien auch das aus Nordamerika eingeschleppte Grauhörnchen (Sciurus carolinensis).

Das Eichhörnchen gehört zu den Sympathieträgern unter den Nagetieren: Es wird von vielen Menschen als "putzig" beschrieben und gerne in Parks und Gärten beobachtet und gefüttert. Viele Naturfreunde haben auf ihren Spaziergängen schon von den Hörnchen benagte Haselnüsse und Fichtenzapfen gefunden. Unzählige Eichhörnchen-Skulpturen – meist aus Holz oder Keramik – bevölkern kauernd und mit der obligatorischen Nuß zwischen den Vorderpfoten Regale und Sideboards. Nur wenige wissen, daß der vermeintliche Nußesser eigentlich ein Allesfresser ist, der auch Gelege und Jungvögel nicht verschmäht. Wirklich gefährdet ist eine lokale Vogelpopulationen allerdings nur dort, wo sie keine dichte, dornige Strauchvegetation für den Nestbau vorfindet – also in "gepflegten" Gärten und Parks.

Eichhörnchen
Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) · Solingen, 11.07.2014

Das Nest eines Eichhörnchen wird als Kobel bezeichnet: eine kugelige Konstruktion, die in mindestens 6 Metern Höhe in einer Astgabel oder auf einer Astbasis aus Zweigen und Blättern gebaut und innen mit Moos, Blättern und Gras ausgepolstert wird. Es gibt Kobel für die Nacht, für Ruhephasen am Tage und für die Jungenaufzucht. Mehrere Kobel bieten auch den Vorteil, einem Parasitenbefall vorzubeugen. Wer hohe Bäume auf seinem Grundstück und außerdem eine lange sichere Leiter hat, kann ein Eichhörnchen mit einem Holzkasten unterstützen: Der würfelförmige oder in der Höhe etwas größere Kasten sollte eine innere Kantenlänge von etwa 30 cm aufweisen, die beiden Ein- bzw. Ausgänge mindestens 7 cm im Durchmesser. Eines der Löcher sollte an oder in der Bodenplatte und nah am Hauptstamm sein, um eine schnelle Flucht vor einem Marder zu ermöglichen.

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